Sonntag, 19. Oktober 2014

18. September 2012

Dienstag, 18. September 2012


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Hallo, ich möchte euch heute unseren Jahrestag vorstellen, der Tag an dem der Diabetes mich heiratete, der Unterschied: Ich wurde nicht gefragt und durfte "Ja, ich will sagen!"... Der vierte Schultag in der siebten Klasse: Am Nachmittag fuhr ich mit meiner Mutter zum Arzt, um die J1 Vorsorgeuntersuchung hinter mich zu bringen. Alles lief ganz normal, nach ein paar Fragen und einer Urinprobe wurde ich wieder ins Wartezimmer zu meiner Mutter geschickt. Dann kam der Moment... der Arzthelfer kam rein und sagte: "Tamara, wir brauchen dich nochmal.". Noch dachte ich mir nichts dabei, bis der Arzthelfer sagte, dass er mir gleich in den Finger stechen würde. Ich fragte natürlich nach, aber er erklärte mir nicht wirklich, was das alles zu bedeuten hatte. Der Blutstropfen an meinem Finger wurde auf einen Teststreifen an einem, mir damals unbekanntem, Gerät aufgetragen: 421 mg/dl stand auf dem Display. Er schickte mich zu einer Ärztin, die dann auch meine Mutter endlich holte, sie erklärte meiner Mama dann, dass der Helfer die Zuckerkrankheit bei mir festgestellt hatte. Ich fing an mit den Tränen zu kämpfen, da ich nichts von dieser Krankheit wusste, ich kannte niemanden der sie hatte und hatte auch noch nie etwas davon gehört. "Ich muss nochmal deinen Blutzucker messen, aber am Ohrläppchen.", sagte die "freundliche" Ärztin. Ich fragte nach, wieso am Ohrläppchen. Sie meinte darauf, dass sie schon mal den Fall hatte, dass jemand Honig am Finger hatte und dadurch der Messwert verfälscht war... Heute denke ich mir nur, NEIN, man kann die Finger ja auch nicht waschen und desinfizieren! Nein, sowas gibt es nicht und da bekommt man auch keinen Zucker vom Finger... Also ließ ich mir ins Ohr stechen. Die Ärztin wurde immer aufgeregter, erst hieß es, wir sollten am Wochenende mal im Krankenhaus vorbei schauen, dann hieß es, in den nächsten Tagen und auf einmal war es heute! Mir stiegen immer mehr die Tränen. Als die Ärztin kurz den Raum verließ, fing ich an zu heulen. Ich wusste nichts davon und dachte ich sterbe vielleicht an dieser Krankheit. Danach fuhren wir eben gleich ins Krankenhaus, auf der Autofahrt konnte meine Mama mich erstmal etwas beruhigen, da sie natürlich schon ein bisschen was von Diabetes verstand... Also meine Hochzeit mit 12 Jahren war nicht gerade die schönste... 

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